Rückblick: Das Kloster der Vinzentinerinnen in Untermarchtal - VHS-Munderkingen
Rückblick: Das Kloster der Vinzentinerinnen in Untermarchtal

Rückblick: Das Kloster der Vinzentinerinnen in Untermarchtal

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Fast 30 Interessierte hatten sich am Donnerstag, 8. März 2018 zu einem neuen „Blick hinter die Kulissen“ zusammengefunden. Diesmal wurden sie von der Leiterin des hauseigenen Bildungsforums durch die weitläufigen Klosteranlagen geführt.

Zuerst machte die Gruppe vor der modernen Klosterkirche Halt. „Es war ein mutiges Zeichen, im Bereich der oberschwäbischen Barockstraße eine so moderne Kirche hinzustellen“, bewertete Schwester Marcella den Bau der Kirche in den sechziger Jahren durch den Schweizer Architekten Hermann Bauer. Sie bekomme manchmal abfällige Bemerkungen zu hören, wie „Gebetssilo“. Das sei aber kein schlechter Vergleich, denn schließlich gehe es bei beiden irgendwie um Nahrung, in der Kirche um geistige Nahrung, gab die Ordensfrau schlagfertig zu bedenken. Profund erklärte Schwester Marcella die theologische Konzeption der Klosterkirche.
So sei links neben dem Eingang ein Relief erkennbar, welches das göttliche Auge symbolisiere und ausdrücke, dass Gott alle Eintretenden willkommen heiße, „unabhängig von Religion, Rasse oder Geschlecht“. Das Material der Treppe und des Vorplatzes wurde bewusst auch in der Kirche verwendet, um zu zeigen, dass der Alltag mit in das Gotteshaus hineingenommen werden soll. „Ein solches Denken ist erst durch das Zweite Vatikanische Konzil möglich geworden, das die Öffnung der katholischen Kirche zu mehr Offenheit angeregt hat“, so die Ordensschwester, die seit 2011 in Untermarchtal tätig ist.

Anschließend wurde die Besuchergruppe durch den landwirtschaftlichen Bereich geführt und man erfuhr, dass 986 Schweine und mehr als 2500 Hühner die diversen Stallungen bevölkern. Allesamt gehalten nach den Vorgaben des Tierwohl-Labels. In der eigenen Metzgerei würden die Tiere geschlachtet, wobei die neuesten EU-Richtlinien umgesetzt werden. Neben der Belieferung der eigenen Großküche werde vor allem Neukauf und Edeka mit den Produkten der klostereignen Landwirtschaft beliefert. 280 Angestellte seien auf dem gesamten Klosterareal beschäftigt, somit sei das Kloster der größte Arbeitgeber am Ort.

Ganz nebenbei erfuhren die Teilnehmer*innen, dass Schwester Marcella 1985 dem Vinzentinerinnenorden beigetreten war und dass sie nach ihrer Ausbildung zur technischen Zeichnerin eine weitere Ausbildung zur Ergotherapeutin absolviert hatte. Auf die Frage, welche Voraussetzungen man erfüllen müsse, um in den Orden aufgenommen zu werden, antwortete sie schmunzelnd: „ledig, katholisch und nicht zu alt,….aber a bissle von der Welt sollte man auch gesehen haben“.

VHS- Leiterin Simone Bertsche bedankte sich mit einem Geschenk für die rund eineinhalbstündige Führung bei Schwester Marcella, die für die Anwesenden einen interessanten „Blick hinter die Kulissen“ des Klosters in Untermarchtal ermöglichte.
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