Rückblick: Barbara Leuchten über Christoph Martin Wieland (1733-1813) - VHS-Munderkingen
Rückblick: Barbara Leuchten über Christoph Martin Wieland (1733-1813)

Rückblick: Barbara Leuchten über Christoph Martin Wieland (1733-1813)

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Vortrag von Barbara Leuchten über Christoph Martin Wieland (1733-1813) in der VHS Munderkingen

Barbara Leuchten, pensionierte Lehrerin und seit langem in der Biberacher Wieland – Gesellschaft aktiv, beschrieb in ihrem Vortrag am Sonntag, 25. November, den berühmten Sohn Biberachs. Warum er in Vergessenheit geraten sei, läge zum Teil an dessen schwer verständlicher Sprache wie an der Tatsache, dass er keine Dramen geschrieben habe, wie seine Kollegen Schiller und Goethe, die ebenfalls wie Wieland in Weimar tätig waren.

Dabei lohne es sich, den bei Laupheim als Sohn eines evangelischen Pfarrers geborenen Philosophen und Schriftsteller näher kennenzulernen. Barbara Leuchten, die lange Jahre am Laupheimer Carl-Laemmle-Gymnasium Deutsch und Geographie unterrichtete, charakterisierte Wieland „als ein richtiges Käpsele“: Schon mit 10 Jahren verfasste er Gedichte, allerdings, wie sie schmunzelnd hinzufügte, unter anderem über die rundliche Frau seines Schulleiters. Mit 17 Jahren verlobte er sich mit Sophie Gutermann (die spätere Sophie von LaRoche), die für ihn zum Auslöser seiner schriftstellerischen Karriere wurde. Auch wenn die Verbindung nicht in eine Ehe führte, beide blieben einander ihr ganzes Leben lang verbunden, wie es der Briefwechsel zwischen beiden belege.

Nach Studienjahren kehrte Wieland 1760 nach Biberach zurück und begann neben seinem Beruf als Kanzleiverwalter Shakespeare zu übersetzen, auch wenn er kein Englisch konnte, nur Französisch. Shakespeares „Der Sturm“ in seiner Übersetzung wurde in einem kleinen Theater im Haus einer Metzgerei aufgeführt. Das ehemalige Komödienhaus steht heute noch in Biberach.

Nach der Heirat mit der Augsburger Kaufmannstochter Anna Dorothea von Hillenbrand, eine Heirat mit einer Katholikin scheiterte am Widerstand seiner protestantischen Familie, verließ er „die Reichsbruchbude Biberach“, wie er die freie Reichsstadt zuweilen spöttisch umbenannte und ging als Fürstenerzieher nach Weimar an den Hof der Herzogin Anna Amalia. Nach seiner Tätigkeit dort bekam er eine gute Pension, die es ihm ermöglichte, sich ganz auf seine Schriftstellerei zu konzentrieren. Seine späten Ehrungen, er bekam unter anderem von Kaiser Napoleon das „Kreuz der kaiserlichen Ehrenlegion“, belegen seinen damals hohen Bekanntheitsgrad.

Heute bemüht sich die Biberacher Wieland-Gesellschaft mit vielen Veranstaltungen und den alle drei Jahren stattfindenden „Wieland-Tagen“ mit gutem Erfolg, auf den Wegbereiter der Weimarer Klassik aufmerksam zu machen.

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