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Rückblick: Besuch der Töpferei von Harald Valicek

Die gut angenommene Reihe „Blick hinter die Kulissen“ führte die 15 Teilnehmer*innen diesmal in die Töpferei von Harald Valicek in der Bleicherstraße.

Seit fünf Generationen ist die 1840 gegründete „Töpferei Mayer“ in Familienhand. Während in der Anfangszeit noch eine Hafnerei dabei war und auch Kachelöfen hergestellt wurden, spezialisierte sich der Handwerksbetrieb zunehmend auf die Produktion von Keramik. Das konnten in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts Gartenzwerge und Märchenfiguren sein, später Blumenübertöpfe und anderes.

Schnell wurde den Besuchern klar, dass die Herstellung von Keramik eine hochinteressante und diffizile Angelegenheit ist, die gute Kenntnisse in Chemie, Physik und Technik erfordert. Harald Valicek verstand es, seine Besucher durch eine Mischung aus Information und Unterhaltung in seinen Bann zu ziehen. Seine Grundstoffe kauft der Munderkinger Unternehmer von einem Tonwerk im Westerwald, das wiederum die Bestandteile aus der Ukraine und Norwegen bezieht.

Während es früher in Deutschland viele Keramikhersteller mit bekannten Namen wie Rosendahl usw. gab, würden heute Keramikprodukte zunehmend in Indien, Bangladesch und China hergestellt. „Ökologisch ein Irrsinn, aber die billigen Löhne dort machen es möglich, dass bei uns dann eine Kaffeeservice für 49€ im Laden steht“, bedauerte Valicek. Mit Massenware kann er nur konkurrieren, wenn die Produktion möglichst vollautomatisch abläuft, damit der Anteil der Lohnkosten gering gehalten werden kann.

So konnten die Besucher*innen eine vollautomatische Pressstraße begutachten, dort werden mehrere Tausend Schmalztiegel für das Kloster Untermarchtal hergestellt:

Man setzt auf Regionalität. „Nur durch solche festen Abnehmer können wir existieren, betonte der Munderkinger, der neben den Gebrauchsgegenständen auch Kunst aus Ton und Keramik herstellt.

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